DevOps-Zyklus und digitales Kundenportal für ein Recyclingunternehmen

Praxisprojekt zur Auswahl einer Entwicklungsarchitektur, zum Aufbau automatisierter Auslieferung und zum Prototyp eines modularen Kundenportals.

2022 Practical Project DevOps Customer Portal Recycling

Beim Praxisunternehmen – einem mittelständischen Holzrecycler – waren Kundenkommunikation, Wiegedokumentation und operative Planung stark von manuellen Abläufen geprägt. Das Praxisprojekt konzipierte einen DevOps-Zyklus sowie einen modularen Self-Service-Portalprototyp für Wiegen, Disposition, Stammdaten, Verträge, Buchhaltung und Controlling.

Das Projekt auf einen Blick

Wie können eine DevOps-orientierte Entwicklungsarchitektur und ein modulares Kundenportal den digitalen Service eines Recyclingunternehmens verbessern?

12

Wochen

Projektdauer für Analyse, Konzept und Prototyp

5

Abteilungen

Wiegen, Disposition, Vertrieb, Buchhaltung und Controlling eingebunden

6

Portalbereiche

Zentrale Self-Service-Bereiche im modularen Prototyp

1

DevOps-Zyklus

Durchgängiger Plan–Code–Build–Test–Release–Deploy–Operate–Monitor-Kreislauf

Mehrsprachig

Portalkonzept für mehrsprachige Kundenkommunikation vorbereitet

1

Modularer Prototyp

Arbeitsfähiger Prototyp als Basis späterer ERP-naher Erweiterungen

Ausgangssituation

Das Praxisunternehmen verfügte über fragmentierte digitale Kontaktpunkte und begrenzte Automatisierung in kunden- und betriebsnahen Abläufen.

Abhängigkeit von Geschäftszeiten

Kunden benötigten häufig Mitarbeitende für Status-, Dokumenten- und Planungsanfragen.

Manuelle Dokumentation

Wiegescheine, Verträge und Rechnungen liefen oft über Ausdruck, E-Mail oder Ad-hoc-Dateien.

Medienbrüche

Informationen wurden zwischen Systemen neu erfasst – mit Verzögerung und Fehlerrisiko.

Keine Self-Service-Oberfläche

Es fehlte eine einheitliche digitale Schnittstelle für wiederkehrende Kundeninteraktionen.

Keine CI/CD-Basis

Softwareänderungen hatten keinen stabilen automatisierten Build-, Test- und Deployment-Pfad.

Begrenzter Reporting-Zugang

Kunden und interne Teams fehlten transparente Mengen- und Qualitätsauswertungen on demand.

Projektziele

Digitaler Kundenservice

Self-Service für zentrale Dokumente und Prozessstatus auch außerhalb der Bürozeiten.

Kundenbindung

Servicequalität und Transparenz stärken langfristige Kundenbeziehungen.

Wiegebetrieb unterstützen

Reibung bei Wiegedokumenten und Folgekommunikation reduzieren.

Continuous-Delivery-Fähigkeit

Wiederholbaren DevOps-Zyklus für sicherere und schnellere Änderungen etablieren.

Methode

  1. Technologieanalyse

    Architekturen und Werkzeuge für Web-Auslieferung und Betrieb vergleichen.

  2. Ist-Prozessaufnahme

    Aktuelle Abläufe in Wiegen, Disposition und Kundenkommunikation dokumentieren.

  3. Stakeholder-Interviews

    Anforderungen von Leitung und operativen Abteilungen erheben.

  4. Konzeption

    Portalmodule, Rollen, UI-Muster und DevOps-Workflow definieren.

  5. Prototyp-Umsetzung

    Modularen Portalprototyp bauen und den Auslieferungszyklus automatisieren.

Anforderungen nach Abteilung

Wiegen

Zugang zu Wiegescheinen und Lieferdokumenten.

Bedarf: durchsuchbare Wiegehistorie, PDF-Download, Kundennummer-Bezug und klarere Nachverfolgung bei Abweichungen.
Disposition

Planungsunterstützung für Transporte, Container und Termine.

Bedarf: Sichtbarkeit geplanter Transporte, Kapazitätssignale und weniger Telefonabstimmung.
Vertrieb

Transparente Verträge, Preise und Kundenkommunikation.

Bedarf: Vertrags-/PDF-Zugang, Preisklarheit und weniger wiederholte Statusanfragen.
Buchhaltung

Rechnungsabruf und weniger manuelles Dokumenten-Nachfassen.

Bedarf: Rechnungssuche/-download, klare Dokumentversionen und prüffähiger Zugriff.
Controlling

Mengen-, Qualitäts- und Preisauswertungen für Kunden und interne Teams.

Bedarf: On-Demand-Reports zu Mengen, Qualitätsindikatoren und Preiskontext.

Portalmodule

Login und Zugang

Sicherer Einstieg mit rollenbewusstem Zugriff.

Authentifizierung, Session-Handling und rollenbasierter Einstieg in kundenspezifische Portalbereiche.
Wiegemodul

Wiegeschein-Übersicht und Download.

Kunden können Wiegedokumente suchen und herunterladen, die mit ihrem Konto verknüpft sind.
Dispositionsmodul

Sichtbarkeit von Transport- und Containerplanung.

Unterstützt Planungsansichten für Transporte mit Kunden, Containern, Mitarbeitenden und Fahrzeugen.
Stammdaten

Ausgewählte Self-Service-Stammdatenpflege.

Kunden können ausgewählte Kontakt- und Stammdatenfelder ohne vollständige Mitarbeitervermittlung aktualisieren.
Verträge und Preise

Vertragsdokumente und Preisverfügbarkeit.

Dauerhafte Verfügbarkeit von Verträgen und Preisdokumenten mit PDF-Export.
Buchhaltung

Rechnungssuche und PDF-Download.

Kunden finden und laden Rechnungen in einer strukturierten Portalansicht herunter.
Controlling

Mengen- und Qualitätsanalysen.

Auswertungsansichten für angelieferte Mengen, Qualitätssignale und Preiskontext.

UI-Muster

Die Portal-UI folgte einem modularen Karten- und Listenmuster mit klarer Navigation nach Geschäftsbereich, konsistenten Dokumentaktionen (Ansehen/Download), rollenbewussten Menüs und mobilfreundlichen Layouts für Hof und Büro. Formulare blieben kurz; erweiterte Filter und Statusdetails wurden schrittweise eingeblendet.

Framework-Wahl

Laravel wurde als kontextspezifische Passung für das Praxisunternehmen gewählt: schnelle MVC-Entwicklung, starkes Ökosystem für Auth und i18n, gute MySQL-Integration und ein praktischer Weg zu wartbaren modularen Features. Die Wahl folgte Projektbedingungen und Teamvertrautheit – kein universeller Best-Framework-Anspruch.

DevOps-Zyklus

  1. Plan

    Anforderungen erfassen, Backlog priorisieren und sprinbare Inkremente definieren.

  2. Code

    Features in versionierten Branches mit reviewfähigen Commits umsetzen.

  3. Build

    Anwendungsartefakte in reproduzierbaren Build-Schritten paketieren.

  4. Test

    Automatisierte Prüfungen vor Promotion in gemeinsame Umgebungen ausführen.

  5. Release

    Versionierte Releases mit klaren Änderungsnotizen vorbereiten.

  6. Deploy

    Builds über einen automatisierten Deployment-Pfad ausrollen.

  7. Operate

    Anwendung mit definierten Umgebungen und Konfiguration betreiben.

  8. Monitor

    Laufzeitgesundheit beobachten und Liefer- oder Verfügbarkeitsprobleme erkennen.

  9. Feedback

    Operative und Stakeholder-Einsichten zurück in die Planung speisen.

Ergebnisse

Die Implementierung des DevOps-Zyklus und des Kundenportals führte zu signifikanten Verbesserungen: verbesserte Entwicklungseffizienz, verbesserte Kundenerfahrung, optimierte interne Prozesse und bessere Datentransparenz.

Entwicklungsbasis geschaffen

Dedizierte Umgebung und Tooling-Basis ermöglichten kontinuierliche Umsetzung.

DevOps-Zyklus eingeführt

Automatisierter Lieferkreislauf reduzierte Ad-hoc-Release-Reibung.

Modulare Architektur

Portalbereiche wurden für schrittweise Erweiterung strukturiert.

Abteilungsanforderungen erfasst

Fünf Abteilungen lieferten konkrete Self-Service-Bedarfe.

Self-Service-Prototyp

Kunden können konzeptionell Dokumente und ausgewählte Prozessansichten digital erreichen.

Grundlage für Folgearbeit

Der Prototyp wurde Ausgangspunkt der späteren Bachelorarbeit.

Limitationen

Nicht produktionsgehärtet

Das Portal blieb Prototyp, kein voll ausgerolltes Produktionssystem.

Begrenzte Projektzeit

Zwölf Wochen begrenzten Integrationstiefe und Feinschliff.

Teilweise Prozessabdeckung

Nicht jeder operative Randfall wurde umgesetzt.

Keine langfristige Feldevaluation

Dauerhafte Kundenadoption und KPI-Wirkung wurden nicht gemessen.

Lernkurve

Neue Tools und DevOps-Praktiken erforderten Einarbeitung.

Kein ERP-Ersatz

Das Portal ergänzt ERP-Prozesse, ersetzt das Kernsystem nicht.

Learnings

Anforderungen zuerst

Frühe Stakeholder-Interviews verhinderten spekulative Modulgestaltung.

Wiederverwendbare Komponenten lohnen sich

Modulare UI- und Servicegrenzen beschleunigten Iteration.

DevOps wirkt auch in kleinen Teams

Selbst kompakte Teams profitieren von automatisierter Build-/Deploy-Disziplin.

Rollen früh klären

Zugriffgrenzen müssen vor Feature-Wachstum gestaltet werden.

Mehr als UI

Portalwert hängt von Datenqualität, Prozessfit und Betrieb ab.

Natürliche Fortsetzung

Ergebnisse motivierten direkt den Scope der Bachelorarbeit.

Technologie-Stack

Frontend

HTML
CSS
JavaScript
Blade
Bootstrap

Backend

PHP
Laravel
REST-orientierte APIs

Daten

MySQL
Migrationen
Seeder

DevOps

Git
CI/CD
Docker
Monitoring-Basics
Version Control Workflows

Entwicklungslinie

  1. 2022 – Praxisprojekt

    DevOps-Zyklus und modularer Kundenportal-Prototyp beim Praxisunternehmen.

  2. 2023 – Bachelorarbeit

    Nutzerzentrierte Erweiterung zu ERP-naher Unternehmenssoftware und digitaler Annahme.

  3. 2025/2026 – Masterarbeit

    KI-Use-Case-Identifikation, Bewertung und NLP-Prototyp für branchennahe ERP-Prozesse.